von Anna Utters
 
Seit ungefähr zwei Monaten darf ich nun das „Mir hale en Schwätzje“-Telefon bedienen. Seitdem habe ich sehr viele interessante, spannende und auch lustige Gespräche geführt. Um 10 Uhr komme ich morgens ins Büro und schaue erst einmal in meine E-Mails und höre den Anrufbeantworter ab. Und dann geht es schon ran ans Telefon. Die meisten Gespräche beginnen mit einem einfachen „Wie geht es Ihnen?“ und so kommen wir oft schnell ins Schwätzen. Die mir noch fremden Personen am anderen Ende der Leitung werden im Laufe des Gesprächs schnell zu freundlichen Bekanntschaften. Ich finde es spannend, zu hören, wie Menschen aus einer anderen Generation die Dinge sehen, welche Erfahrungen sie gemacht haben und wie sie vor allem im Moment ihren Alltag bewältigen. Besonders interessant finde ich aber die Geschichten von früher! Welche Erinnerungen die Menschen zum Beispiel an die Dörfer haben, die ich zwar alle kenne, die aber nun ganz anders aussehen. Oft erzählen mir Menschen von ihrer eigenen Kindheit hier in der Eifel, die meistens auch mit Kriegserfahrungen zusammenhängen. Etwas, das ich nur aus Büchern kenne und mir jetzt besser vorstellen kann.
 
Mit Humor auf die Dinge blicken
 
Doch nicht nur ernste Themen sind teil unserer Gespräche. Viel mehr unterhalten wir uns über die alltäglichen Dinge. Dabei ist es oft für mein Gegenüber und auch für mich sehr schade, wenn ich mir aufgrund der Umstände den schön blühenden Garten oder die neu eingerichtete Küche, von denen mir erzählt wird, nicht anschauen darf. Gerne würde ich, sobald wir diese Krise überstanden haben, die Einladungen zum Kaffeetrinken annehmen und den netten Gesprächstpartner*innen beim Schwätzen ins Gesicht blicken können.
Ich hoffe, dass ich mit meiner Arbeit Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann und ihnen die Gespräche genauso viel Spaß machen, wie mir. Etwas, das ich auf jeden Fall selbst für mich aus den Gesprächen mitnehmen kann, ist mit Humor und Zuversicht auf die Dinge zu blicken.